Viele, denen der Platz
für Hund oder Katze fehlt und die
dennoch auf ein Haustier nicht verzichten
wollen, kommen auf die Idee, sich einen
süßen Nager im Käfig
in ihre Wohnung zu stellen. Doch da
beginnt schon der erste Haltungsfehler:
ein einzelnes Tier mag bei Hamstern
und Chinchillas in Ordnung sein, ein
Single-Dasein ist jedoch für gesellschaftsliebende
Zwergkaninchen, Meerschweinchen, Frettchen,
Ratten und Mäuse eine reine Qual.
Ernährung: Das ideale Futter
gestaltet sich bei Käfignagern
ganz unterschiedlich: Meerschweinchen
und Zwergkaninchen brauchen jede Menge
Heu für ihre Verdauung, ab und
zu frischer Löwenzahn oder frisch
gepflücktes Wiesengras tut ihnen
gut, zu viel Salat verursacht Durchfälle,
ein Stückchen Apfel sorgt für
die nötige Vitaminzufuhr.
Ratten haben einen etwas
unempfindlicheren Magen und können
jegliches Obst und Gemüse verzehren.
Die Farbratten gehören übrigens
zur gezüchteten Art der "rattus
norvegikus", die von Wanderratten
abstammen, mit der von uns als "Hausratte"
bekannten "rattus rattus"
sind so höchstens "um ein
paar Ecken" verwandt.
Frettchen, Ratten, Hamster
und Mäuse benötigen hin und
wieder etwas Eiweiß, Chinchillas,
Meerschweinchen und Zwergkaninchen hingegen
sind reine Vegetarier. Alle Tiere benötigen
täglich frisches, nicht zu kühles,
Wasser. An heißen Tagen sollte
man den Wasserbehälter sogar ein-
bis zweimal täglich nachfüllen.
Zu viel Trockenfutter
macht den Käfignager dick. Deshalb
sollte man Meerschweinchen, Zwergkaninchen
und den anderen, etwas größeren
Nagern, nicht mehr als ein bis zwei
Esslöffel täglich davon geben,
Hamstern und Mäusen entsprechend
weniger. Knabberstangen und Leckerlis
aus den Zoohandlungen sind äußerst
nahrhaft, als gelegentliches Extra ist
eine Erdbeere, eine Brombeere oder eine
Nuss weitaus geeigneter.
Zahnpflege: Um ihre ständig
nachwachsenden Zähne zu pflegen
bzw. abzuschleifen und zu reinigen,
brauchen die Kleintiere Material zum
Nagen in ihrem Käfig. Geeignet
sind hierfür Zweige von Haselnusssträuchern,
Apfelbäumen, Weiden, Buchen oder
Birken.
Sensible Käfig-Nager: Leben
die Tiere in Käfigen in der Wohnung,
sind sie sehr empfindlich, so dass man
aufpassen muss, dass sie sich nicht
erkälten, wenn sie zum ersten mal
im Frühling ins Freigehege gesetzt
werden. Auch sollte der Käfig so
stehen, dass er nicht der direkten Sonneneinstrahlung
ausgesetzt ist. Ein etwas kühler,
nicht zugiger Platz auf einem Tisch
oder Regal ist der ideale Standort für
die "Wohnung" aller Käfig-Haustiere.
Ebenso wie ihre größeren
Artgenossen kann man Zwergkaninchen
durchaus sommers wie im winters im Stall
halten. Dort werden sie robuster, haben
meistens mehr Platz (bei entsprechender
Stallgröße) und können
in Ruhe scharren und auch mal etwas
Streu aus dem Stall hinausschleudern,
was bei Wohnungshaltung nicht wenig
Dreck verursacht.